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Rudolf-Schoen-Preis: Preisträger 2013

Jörg Distler und seine Arbeitsgruppe ausgezeichnet

Der mit 15.000 Euro dotierte Rudolf-Schoen-Preis der Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zeichnet in diesem Jahr die Erforschung eines gestörten Signalwegs bei systemischer Sklerose aus. Die Forschungsergebnisse eröffnen eine Perspektive für eine mögliche kausal orientierte Behandlung dieser außerordentlich schweren und heimtückischen Erkrankung. Der Preis geht an Privatdozent Dr. med. Jörg Distler und seine Arbeitsgruppe an der Medizinischen Klinik 3 der Universität Erlangen-Nürnberg und wird im Rahmen der Eröffnung des 41. Kongresses der Deut- schen Gesellschaft für Rheumatologie in Mannheim verliehen. 

Die systemische Sklerose (Sklerose = Verhärtung) ist eine seltene Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, bei der es zu Bindegewebsverhärtungen der Haut und innerer Organe wie Lunge, Speiseröhre, Magen, Nieren oder Herz kommt, die letztlich zum Organversagen führen. Die Erkrankung ist bisher nicht heilbar, die Ursache unbekannt. Man rechnet mit 1 – 2 Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen pro Jahr, Frauen sind drei- viermal häufiger betroffen als Männer.

Distler und Kollegen wiesen in einer Reihe von Publikationen nach, dass ein bestimmter molekularer Signalweg, die so genannte Wnt-Signalkaskade, die Zellen auf äußere Signale reagieren lässt, bei die- ser Erkrankung überaktiv ist. An diesem Signalweg sind zahlreiche Proteine (Eiweißstoffe) beteiligt. Bei systemischer Sklerose ist das Gleichgewicht zwischen aktivierenden und hemmenden Proteinen ver- schoben, so dass die aktivierenden dominieren, während von den hemmenden zu wenige vorhanden sind. Dies löst eine übermäßige Aktivierung von Bindegewebszellen mit massiver Bildung von Binde- gewebe aus, die letztlich zu der fortschreitenden Verhärtung und Zerstörung von Organen (Fibrosie- rung) führt. Distler klärte dabei auch auf, warum die für die normale Regulation nötigen körpereigenen Hemmstoffe ihre Aufgabe in dem Signalweg nicht mehr adäquat erfüllen. Darüber hinaus konnte er zeigen, dass die gezielte molekulare Hemmung des überaktiven Wnt-Signalwegs im Tierexperiment in der Lage ist, die fortschreitende Fibrosierung aufzuhalten.

Erste Hemmstoffe des Wnt-Signalwegs stehen bereits zur Verfügung, wurden aber noch nicht bei sys- temischer Sklerose getestet. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Herrn Distler legen nahe, dass diese einen interessanten neuen Ansatz zur Behandlung der systemischen Sklerose, aber auch für andere fibrotische Erkrankungen darstellen können. 

Über Dr. med. Jörg Distler

Foto von Dr. med. Jörg Distler

Dr. med. Jörg Distler

Herr Distler studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg Medizin und wurde 2004 mit einer experimentellen Arbeit zur systemischen Sklerose am Universitätsspital Zürich promo- viert. Im Jahr 2009 habilitierte er an der Universität Erlangen-Nürnberg mit einer Arbeit zur Fibroblas- tenaktivierung bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Karriere sammelte er Erfahrungen an der Duke University, Durham, North Carolina, USA, und am Uni- versitätsspital Zürich. Seit 2006 ist er Forschungsgruppenleiter an der Medizinischen Klinik 3 und am Institut für klinische Immunologie (Direktor: Prof. Dr. Georg Schett) der Universität Erlangen-Nürnberg. Klinisch ist er als Leiter der rheumatologischen Poliklinik tätig. 

Der Rudolf-Schoen-Preis

Mit der Vergabe des Preises möchte die Stiftung der DGRh junge Wissenschaftler im Bereich der Rheumaforschung fördern und in ihrer Arbeit unterstützen.

Weitere Preisträger

Preisträger 2019

Rudolf-Schoen-Preis der Stiftung der DGRh für Dr. med. Martin Kriegel

Preisträger 2017

Rudolf-Schoen-Preis der Stiftung der DGRh für Dr. Uta Kiltz

Preisträger 2015

Rudolf-Schoen-Preis der Stiftung der DGRh für Bimba Franziska Hoyer

Preisträger 2010

Rudolf-Schoen-Preis der Stiftung der DGRh für Julia Holle, Jan Leipe und Alla Skapenko

Preisträger 1999-2006

Überblick der Gewinner des Rudolf-Schoen-Preises