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Projekt „VAC-MAC“ untersucht Impf- und Infektraten bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen interdisziplinär

08.12.2022

Fünf bis acht Prozent der Weltbevölkerung und damit etwa fünf Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum leiden an chronisch-entzündlichen Erkrankungen, die das Immunsystem vermittelt. Neben rheumatischen Erkrankungen gehören dazu auch Multiple Sklerose und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. VAC-MAC (VACcinierung von MS/Arthritis/Colitis-Patient:innen) ist ein interdisziplinäres Innovationsprojekt, das Impf- und Infektraten von Betroffenen dieser immunvermittelten Erkrankungen untersucht. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) erhofft sich neue Erkenntnisse für Betroffene entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) fördert VAC-MAC über 36 Monate mit insgesamt rund 1,8 Millionen Euro.

Für Menschen mit chronisch-entzündlichen, immunvermittelten Erkrankungen ist ausreichender Impfschutz besonders wichtig. Denn aufgrund ihrer Erkrankung und der häufig damit verbundenen immunsuppressiven Therapie haben sie ein erhöhtes Risiko, an Infektionen zu erkranken.

Oft sind aber gerade diese Menschen nicht ausreichend geimpft.

PD Dr. med. Uta Kiltz aus Herne, Projektbegleitung von rheumatologischer Seite

PD Dr. med. Uta Kiltz

Impfungen würden oft aus der Sorge heraus gemieden, Impfstoffe nicht zu vertragen oder einen Schub der immunvermittelten Erkrankung zu erleiden. Nicht nur bei Patient:innen sondern auch bei Ärzt:innen gäbe es hier noch Wissenslücken, meint die Rheumatologin vom Rheumazentrum Ruhrgebiet am Marien Hospital, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, einem der Konsortialpartner. Viele Fragen insbesondere nach Einflussfaktoren auf die Impfrate seien noch unbeantwortet. Dies möchten die Forscher in „VAC-MAC“ durch die Analyse von Krankenkassendaten und qualitativen Interviews näher untersuchen und so für mehr Schutz vor Infekten sorgen.

Das interdisziplinäre Projekt von Rheumatologie, Neurologie und Gastroenterologie will Impfhemmnisse und Hürden identifizieren und Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Impfrate entwickeln. Im ersten Schritt evaluieren die Forschenden Routinedaten von Krankenkassen von „MAC-Patient:innen“. Daraus ermitteln sie Impfraten und identifizieren Einflussfaktoren, Impfwirksamkeit und schwere Impfreaktionen. Ergänzend zur Datenauswertung führen sie Interviews mit Betroffenen und behandelnden Ärzten. Darüber hinaus untersuchen sie die gesundheitsökonomische Lage und vermeidbaren Folgekosten. Abschließend bereiten sie zielgruppengerechtes Informationsmaterial auf.

„Nicht nur für Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sondern auch für uns als Fachleute sind fundierte Kenntnisse über Impfungen hoch relevant“, betont Professor Dr. med. Andreas Krause, Präsident der DGRh und Chefarzt der Abteilung Rheumatologie, Klinische Immunologie und Osteologie am Immanuel Krankenhaus Berlin. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse können als Grundlage zur Information von behandelnden Medizinern und Betroffenen dienen. „Sie sollen dazu beitragen, Infektionserkrankungen durch eine bessere und gezieltere Impfberatung und Impfung vorzubeugen und damit die Versorgung aller Betroffener verbessern“, so der G-BA. Weitere Informationen über das Projekt finden Interessierte auf der Website des G-BA und auf der Website VAC-MAC.de

Konsortialpartner des VAC-MAC:

  • Ruhr-Universität Bochum, mit der neurologischen Universitätsklinik, der Allgemeinmedizin und dem Rheumazentrum Ruhrgebiet

  • Universität Jena mit der gastroenterologischen Universitätsklinik

  • Universität zu Köln

  • Barmer Ersatzkasse

  • TAKEPART Media + Science GmbH

Ihr Kontakt

DGRh Geschäftsstelle

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang C

10179 Berlin