| Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. | ||
| Titel: Topika | Seite drucken | |
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Rationelle Anwendung
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) gehören zu den meist verordneten Arzneimitteln. Sie werden zur Schmerzlinderung bei entzündlichen Prozessen eingesetzt. Bei bestimmten Indikationen kann unter dem Aspekt der Nutzen-Risiko-Bewertung die Anwendung topischer NSAR gegenüber der oralen Applikation Vorteile aufweisen. Wirksamkeitsnachweis
Die Qualität der Methodik, Planung, Dokumentation und Publikation klinischer Studien zum Nachweis der Wirksamkeit topischer NSAR ist unbefriedigend. Dabei stellt sich die Datenlage zur Behandlung von Gelenkerkrankungen noch erheblich weniger überzeugend dar, als diejenige zu akuten weichteilrheumatischen Erkrankungen (z.B. Tendinitis) oder traumatisch bedingten Beschwerden (z.B. Distorsionen). Nur wenige der bisher durchgeführten Untersuchungen stützen in sehr begrenzten Anwendungsgebieten die Annahme der Wirksamkeit einer topischen Behandlung mit NSAR 1. Von insgesamt 86 analysierten Studien, die zwischen 1950 und 1996 publiziert wurden, wiesen nur 7 placebo-kontrollierte Untersuchungen eine ausreichende Durchführung und Dokumentation auf. Dem steht die hohe Akzeptanz bei Patienten und Ärzten gegenüber, die zur häufigen und breiten Anwendung der NSAR-Topika beiträgt. Der i.d.R. hohe Effekt der wirkstofffreien Arzneimittel-Grundlage (Placebo-Effekt und Wirkung von Salbengrundlagen) sollte bei Zulassungen von Topika durch Placebo-kontrollierte oder dreiarmige Studien berücksichtigt werden, in denen die topische NSAR-Präparation zusätzlich zur Grundlage (Placebo) noch gegen ein bereits zugelassenes geeignetes Arzneimittel geprüft wird. Bei der Planung von klinischen Studien sollten aktuelle Europäische Leitlinien miteinbezogen werden2 3. |
(c) 2010 Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V., Letzte Änderung am 27.08.2010