Medikamentöse Therapie:
TNF-Blocker
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Hintergrund
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Literatur



Sonstige Stellungnahmen



Empfehlung der DGRh zu TNF-Blockern

Neufassung der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zur Therapie mit Tumornekrosefaktor-hemmenden Wirkstoffen bei entzündlich- rheumatischen Erkrankungen

 

Manger B, Michels H, Nüsslein HG, Schneider M, Sieper J und die Kommission Pharmakotherapie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

 

Stand März 2006 

inkl. Tuberkulose-Screening, Stand Juli 2009, unter "Untersuchungen", mehr

 

 

Voraussetzungen für die Therapie mit TNF-Blockern

 

Gesicherte Diagnose einer rheumatoiden Arthritis, einer polyartikulären Form der juvenilen idiopathischen Arthritis, einer ankylosierenden Spondylitis oder Psoriasisarthritis.

 

a) Rheumatoide Arthritis: Das Ziel der Behandlung der RA ist es, die Erkrankung in eine dauerhafte Remission zu bringen. Wesentlich ist dafür eine frühzeitige und intensive krankheitsmodifiziernde Therapie, die im Rahmen engmaschiger rheumatologische Kontrolluntersuchungen in Abhängigkeit von der Krankheitsaktivität regelmäáig angepasst wird. Krankheitsaktivität und Remission werden anhand validierter Instrumente erfasst und dokumentiert. Sollte trotz konsequenter Therapie mit konventionellen Basistherapeutika (in der Regel mit zwei Basistherapeutika - eines davon Methotrexat - alleine oder in Kombination) nach 6 Monaten weiterhin eine aktive Erkrankung bestehen, ist der  Einsatz von TNF-Blockern gerechtfertigt. Individuelle Besonderheiten (z.B. Kontraindikationen gegen Basistherapeutika, hohe Krankheitsprogression) können einen früheren (< 2 Basistherapeutika, < 6 Monate) Einsatz von TNF-Blockern eforderlich machen.

 

b) Juvenile idiopathische Arthritis (juvenile chronische Arthritis): Von den TNF-Blockern ist bislang allein Etanercept zur Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) zugelassen (Stand Januar 2006). Etanercept ist zur Behandlung aktiver polyartikulärer Verläufe der JIA ab einem Alter von 4 Jahren nach Versagen einer Therapie mit Methotrexat (MTX) oder bei MTX-Unverträglichkeit indiziert. Bei Kindern unter 4 Jahren kann der Einsatz von Etanercept unter Einhaltung besonderer Sorgfalt vertreten werden, wenn es sich um aktive therapierefraktäre Polyarthritiden handelt.

 

c) Ankylosierende Spondylitis: Die Diagnose muss gesichert sein, die Erkrankung sollte mindestens ein halbes Jahr symptomatisch sein und ein erhöhter Krankheitsaktivitätsindex (BASDAI >= 4) über mindestens einen Monat bestehen. Zusätzlich zu einer erhöhten Krankheitsaktivität sollte ein positives Votum eines mit der Erkrankung und mit der TNF-alpha-Blocker-Therapie vertrauten Experten, in der Regel eines Rheumatologen, vorliegen, dass eine Therapie mit TNF-alpha-Blocker indiziert ist. Diese Expertenmeinung sollte auf objektiven Zeichen einer Entzündung wie klinische Parameter, erhöhte akute Phase-Parameter, akut entzündliche Veränderungen im MRT oder einer raschen radiologischen Progression basieren. Bei vorherrschender axialer Manifestation ist eine vorherige Behandlung mit konventionellen Basistherapeuika nicht erforderlich, Patienten sollten jedoch mit mindestens zwei nichtðsteroidalen Antirheumatika in der höchsten zugelassenen und tolerierten Dosis behandelt sein, es sei denn, es liegen Kontraindikationen für eine solche Therapie vor. Patienten mit einer ankylosierenden Spondylitis und im Vordergrund stehender symptomatischer peripherer Arthritis sollten bei Stellung einer Therapieindikation trotz mindestens einer lokalen intraartikulären Glukokortikoidinjektion und einem Therapieversuch mit Sulfasalazin über mindestens 4 Monate in der maximal tolerierten Dosis symptomatisch sein, ausser wenn diese Therapie kontraindiziert ist oder nicht toleriert wird.

 

d) Psoriasisarthritis: Bei Vorliegen einer polyartikulären peripheren Arthritis sollte ein adäquater Versuch einer Basistherapie in der Regel über 6 Monate vorausgegangen sein. Die Indikation zum Einsatz von TNF-Blockern ist bei unzureichendem Ansprechen auf diese Therapie gegeben, insbesondere bei weiter >= 3 druckschmerzhaften und >= 3 geschwollenen Gelenken oder auch bei schweren therapierefraktären Mon-/Oligoarthritiden oder Enthesitiden. Der Einsatz von TNF-Blockern bei axialem Befall im Rahmen einer Psoriasisarthritis sollte entsprechend der Empfehlungen bei der ankylosierenden Spondylitis erfolgen (siehe unter c).

Therapie-Empfehlung TNF-Blocker

 

Druckversion (PDF)

Leflunomid in Kombination mit TNF Blockern

 

DGRh Stellungsnahme, PDF