Rheumatoide Arthritis
Sjögren-Syndrom
Fibromyalgiesyndrom



Was ist ein Sjögren-Syndrom?

 

Das Sjögren-Syndrom (SS) ist eine chronische, entzündliche Autoimmunerkrankung, die vor allem die Tränen- und Speicheldrüsen betrifft und oft zu rheumatischen Beschwerden (Gelenk- und Muskelschmerzen) führt. Sie gehört als klassische Autoimmunerkrankung mit einer ausgeprägten Neigung zur Bildung von sog. Auto-Antikörpern wie der Systemische Lupus Erythematodes (SLE) zu der Gruppe der Kollagenosen. Übergänge zum SLE sind häufig und Mischformen mit anderen Kollagenosen kommen ebenfalls vor. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, aufgrund meist nur diskreter Symptome (s.u.) wird die Erkrankung oft zufällig aufgrund bestimmter typischer Auffälligkeiten im Blut "entdeckt".

 

 

Welche Beschwerden und Symptome können beim SS auftreten?

 

Sog. "Purpura" bei Sjögren-Syndrom

Typische Beschwerden sind eine mehr oder minder ausgeprägte, meist erst im 4. oder 5. Lebensjahrzehnt oder noch später von den Patienten bemerkte, anhaltende (!) Mund- und Augentrockenheit, welche durch eine Verminderung der Tränen- und Speichelproduktion bedingt ist. Es können ein Raynaud-Phänomen (SLE) und purpuraartige Hautveränderungen (kleine rote Punkte der Haut), sowie Gelenk- und Muskelschmerzen hinzukommen.

 

Bedeutung erlangt die Erkrankung vor allem bei gebärfähigen Frauen wegen der Möglichkeit des Übergangs der (ansonsten eher harmlosen) Auto-Antikörper während der Schwangerschaft auf das Kind, was zu bestimmten Herzrhythmusstörungen bei dem noch Ungeborenen führen kann. Außerdem kann es aufgrund der chronischen Stimulation der B-Zellen (Immunzellen) bei dieser Erkrankung zu sog. B-Zell-Lymphomen (bösartige Lymphdrüsenerkrankung) kommen, die aber eher selten und erst nach vielen Jahrzehnten der Erkrankung auftreten und selbst dann meist recht gut behandelbar sind.

 

 

Wie kann man die Krankheit diagnostizieren?

 

Neben sog. Allgemeinsymptomen, wie z.B. Abgeschlagenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen, geben vor allem eine deutliche Mund- und Augentrockenheit mit Sekundärmanifestationen (Hornhautentzündungen des Auges, wiederholte Mundschleimhautentzündungen) Anlass, an ein Sjögren-Syndrom zu denken. Im Blut sind eine hohe Blutsenkung, eine Leukopenie und eine Erhöhung der Antikörperfraktion unter den Serumeiweißen (sog. Gammaglobuline) typisch, obwohl meist keine deutliche Entzündung im klassischen Sinne festzustellen ist (so ist z.B. das CRP meist normal).

 

Oft werden solche Auffälligkeiten im Blut eher entdeckt, als dass irgendwelche Symptome bestehen. Diagnostiziert wird die Erkrankung durch den Nachweis sog. antinukleärer Antikörper (ANA) und als spezifische Antikörper der ANA  werden die sog. SS-A- oder Ro-Antikörper und die SS-B-La-Antikörper gefunden. Meistens haben Patienten mit SS auch Rheumafaktoren, ohne dass sie eine rheumatoide Arthritis aufweisen, d.h. es kommt allenfalls zu gewissen Gelenkentzündungen und nicht zu einer Zerstörung der Gelenke. "Bewiesen" wird ein SS durch eine Lippenschleimhaut-Probe ("Biopsie"), welche unter dem Mikroskop eine Durchsetzung der Speicheldrüsen mit Immunzellen (Lymphozyten) zeigt.

 

 

Welche Behandlungen gibt es?

 

Meist ist die Aufklärung über die relative Harmlosigkeit der oft "eindrucksvollen" Blutveränderungen und eine gewisse Überwachung durch den Spezialisten die wichtigste "Therapie" dieser insgesamt eher gutartigen Erkrankung. Tränenersatzmittel (Augentropfen), Augensalben und eine gute Mundpflege können die Beschwerden lindern und Sekundärkomplikationen vorbeugen. Eine Immunsuppression ist meist nur bei sog. "Überlappungen" mit anderen Kollagenosen, insbesondere dem SLE notwendig.

 

 

Wie kann die Krankheit verlaufen?

 

Insgesamt verläuft die Erkrankung meist milde, im Hinblick auf eine Mund- und Augentrockenheit aber meist chronisch voranschreitend. Die Entwicklung anderer Autoimmunerkrankungen (z.B. der Schilddrüse, der Magenschleimhaut) ist häufig, verschlechtert aber nicht die grundsätzlich eher gute Prognose der Erkrankung, die nur bei Komplikationen (Lymphom) oder Übergang in einen Lupus eingeschränkt sein kann (nicht muss).

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