Die intraartikuläre Injektion eines Radionuklids (beta-Strahler mit einer Reichweite von wenigen Millimetern) führt zu einer Denaturierung oberflächlicher synovialer Strukturen, in deren Folge die entzündliche Aktivität der Synovialitis abnimmt. Eine Verminderung der Schwellungsneigung, von Bewegungsschmerz und Bewegungseinschränkung sowie eine Abnahme der Synovialmembrandicke wurden beschrieben [16]. Die verwendeten Präparate, die sich hinsichtlich Eindringtiefe und Halbwertszeit unterscheiden, sind in . Tab. 1 aufgeführt.
Die veröffentlichten Arbeiten zur RSO sind nur schwer miteinander vergleichbar und entsprechen zumeist dem Evidenz- Level III (Vergleichsstudie, Fall- Kontroll-Studie). Sie kommen mehrheitlich zu dem Schluss, dass eine Schmerzlinderung und eine Abnahme der Schwellungsneigung der behandelten Gelenke für einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren bei der „Mehrzahl“ der Patienten erzielt wird. Umfangreiche doppelblinde, randomisierte Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Radiosynoviorthese liegen zur Zeit nicht vor.
Die Publikationen zeigen in der Regel folgende Schwächen:
Eine Umfrage in Europa bei 2300 Mitgliedern der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin ergab, dass in den Jahren 1991 bis 1993 in 119 von 490 nuklearmedizinischen Zentren Radiosynoviorthesen durchgeführt wurden. Ein Viertel dieser Zentren befand sich in Deutschland, 14 in Frankreich, 12 in den Niederlanden und 8 in Belgien. Durchschnittlich wurden 38 Gelenke pro Zentrum und Jahr behandelt, wobei es sich in der Hälfte der Fälle um Kniegelenke handelte [5]. Die unterschiedliche Bedeutung der RSO in einzelnen Ländern spiegelt sich in der Metaanalyse von Jones [24] wider. Die fehlende Zulassung von Triamcinolonhexacetonid für intraartikuläre Applikation in Australien führte zu größeren Zahlen von Radiosynoviorthesen. In Analogie gingen die RSO-Zahlen in Schweden nach Zulassung von Triamcinolonhexacetonid zur intraartikulären Anwendung deutlich zurück.