Medikamentöse Therapie:
Radiosynoviorthese
Zusammenfassung
Durchführung
Studien / klin. Erfahrungen
Vergleichsstudien m.Glukokortikoiden
Beobachtungsstudien
Placebo-Studien / Meta-Analysen
Besondere Diagnosen
Allg. Aussagen
Strahlenhygiene
Indikationen / Kontraindikationen
Wirksamkeit
Literatur
Buchbesprechungen



Sonstige Stellungnahmen



Placebo-kontrollierte Studien und Meta-Analysen

 

 Die Überlegenheit der RSO mit 169-Erbium gegenüber Placebo bei Patienten mit rheumatoider Arthritis konnte in einer doppelblinden Studie an kleinen Fingergelenken dokumentiert werden [3]. Jahre später erschien eine erste Metaanalyse [24] über die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der RSO mit 90-Yttrium am Kniegelenk. Heuft-Dorenbosch et al. [22] veröffentlichten 2000 eine umfangreiche Übersicht zur RSO (Evidenz-Level Ia). Die Autoren sichteten 184 Arbeiten zu dieser Thematik, von denen nach ihrer Auffassung letztlich nur fünf [1, 4, 6, 15, 50] die Kriterien einer randomisierten doppelblinden Studie an Patienten mit rheumatoider Arthritis und persistierender Kniegelenkarthritis erfüllten, wobei noch immer Unterschiede zwischen diesen Studien wie z.B. differierende Strahlendosen festzustellen waren. Bridgman et al. [4] zeigten, dass 12 Monate nach Yttrium-RSO der Bewegungsumfang des behandelten Kniegelenkes im Vergleich zu Placebo signifikant zugenommen und der Kniegelenk-Umfang signifikant abgenommen hatte. Die Studie von Grant [15] kam zu dem Ergebnis, dass Triamcinolonhexacetonid die Beweglichkeit mehr verbessert als 90-Yttrium, wobei in den nachfolgenden sechs Jahren offener Beobachtung die antirheumatische Basistherapie häufiger in der Triamcinolonhexacetonid- Gruppe geändert werden musste. Unterschiede hinsichtlich Schmerz, Schwellungsneigung des behandelten Gelenkes, Röntgenprogredienz und einem „Patient global score“ bestanden nicht. Die Autoren der Metaanalyse kommen zu dem Schluss, dass der genaue Stellenwert der Yttrium-Radiosynoviorthese noch mit weiteren randomisierten, kontrollierten Studien herausgearbeitet werden muss und schlagen ein entsprechendes Konzept unter Einbeziehung nichtinvasiver Techniken wie MRT oder Arthrosonographie und kompletter Dokumentation der medikamentösen Therapie vor. In einer dritten Metaanalyse, die jedoch auch Studien ohne Vergleichsgruppen einschloss, fassten Kresnik et al. [30] 2190 behandelte Gelenke zusammen. Wenngleich 1880 Gelenke im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis behandelt wurden, sind hier zahlreiche Diagnosen in die Beobachtung eingegangen (Osteoarthrose 121, Spondylitis ankylosans 18, Psoriasisarthropathie 15, Reiter- Syndrom 4, von Willebrand-Erkrankung 15, Hämophilie 116). Die 26 ausgewählten Arbeiten berichteten über die Behandlung von Knie-, Finger-, Schulter-, Ellenbogen-, Hüft-, Sprung- und Handgelenken. Wesentlich ist die Aussage, dass eine fehlende Response bei instabilen, deformierten Gelenken sowie nach vorangegangener erfolgloser RSO zu erwarten ist. Metaanalysen im strengen Sinne über die Ergebnisse der RSO bei aktivierter Arthrose, Arthropathie bei Hämophilie oder villonodulärer Synovialitis existieren gegenwärtig nicht.

Therapie-Empfehlung Radiosynoviorthese

 

Druckversion (PDF)