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5 Medikamentöse Therapie

 

 

5.2 Glukokortikoide

 

 

von H. Kaiser

 

 

5.2.1 Allgemeine Hinweise zu Glukokortikoiden

 

Definition

 

 

Wirkungen

 

 

Unerwünschte Wirkungen

 

Endogener Hypokortisolismus

 

 

Exogener Hyperkortizismus (iatrogenes Cushing-Syndrom)

 

 

Das Ausmaß unerwünschter Wirkungen hängt ab von

 

 

Wertigkeit der unerwünschten Wirkungen

 

Die meisten unerwünschten Wirkungen bilden sich nach Beendigung der Therapie wieder zurück. Gravierend sind Osteoporose, weshalb bei jeder Langzeittherapie eine dem Knochenstatus (Knochendichtemessung!) angepasste Prophylaxe durchgeführt werden muss, und Wachstumsretardierung bei Kindern, weshalb bei Langzeittherapie alternierende Gabe empfohlen wird. Die Spätkomplikation der aseptischen Knochennekrose kann nur bei frühzeitiger Erkennung konservativ beherrscht werden.

 

 

Auswahl des Präparates

 

Alle wirksamen Kortikoide haben die gleiche Pharmakodynamik. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Wirkungsstärke (s. Tabelle 1) sowie in der Pharmakokinetik (s. Tabelle 2), woraus sich das Ausmaß der Hemmwirkung auf den adrenalen Regelkreis ergibt.

 

 

Tabelle 1. Approximative Dosenäquivalenzen für die systemische Therapie

 

Kortikoid

Dosis

Prednison/Prednisolon

5 mg

Prednyliden

5 mg

6-Methylprednisolon

4 mg

Deflazadort

6-9 mg

Cloprednol

2,5-5 mg

Fluocortolon

5 mg

Triamcinolon

4 mg

Dexamethason

0,75 mg

Betamethason

0,75 mg

 

 

Tabelle 2. Pharmakokinetik der verschiedenen Kortikoide. Plasmaeliminationshalbwertszeit bzw. biologische Halbwertszeit der verschiedenen Kortikoide (Approximativwerte, meist Mittelwerte verschiedener Untersuchungen)

 

Plasma
t1/2

Biologische
t1/2

Charakterisierung

Prednison

2-3 h

18-36 h

kurz wirkend

Prednisolon

2-3 h

18-36 h

6-Methylprednisolon

1,5-3 h

18-36 h

Prednyliden

2-3 h

18-36 h

Deflazadort

3 h

(?)

Cloprednol

2 h

(?)

Fluocortolon

1,3-2 h

24-48 h

mittellang wirkend

Triamcinolon

3-5 h

28-48 h

Dexamethason

3,5 h

36-72 h

lang wirkend

Betamethason

5-7 h

37-72 h

 

 

Vorsichtsmaßregeln

 

Bei bestimmten Risikogruppen bzw. -situationen sollen folgende Maßnahmen beachtet werden:

 

 

Kontraindikationen

 

Eine systemische Kortikoidtherapie ist kontraindiziert bei

 

 

Grundsätzliches zur Dosierung

 

 

Initialdosen und ihre Indikationen in der Rheumatologie

 

 

Abbau der Initialdosen

 

 

Erhaltungsdosis

 

Als Erhaltungsdosis bezeichnet man die kleinste im Einzelfall wirksame Dosis für die Langzeittherapie. Sie wurde früher zwischen 10 und 7,5 mg/Tag Prednisolon angenommen. Heute ist gesichert, dass in der überwiegenden Mehrzahl aller chronisch-entzündlichen Krankheiten eine Dosis um 5 mg/Tag ausreicht, um den erreichten therapeutischen Effekt aufrechtzuerhalten. Diesen sog. Low-dose-Bereich erreicht man allerdings nur bei Abbauschritten von 1 bzw. 0,5 mg in größer werdenden Zeitintervallen (s. o.). Bei schweren Krankheitsbildern, insbesondere bei Systemkrankheiten, ist dieses Ziel erst nach Monaten zu erreichen.

 

 

Absetzprozedere

 

 

 

Einnahmemodus

 

 

Interaktionen

 

Änderungen der Anwendung oder Dosierung sind erforderlich bei gleichzeitiger Gabe von

 

 

Überwachung einer Langzeittherapie

 

Der Patient muss über mögliche unerwünschte Folgen einer Langzeittherapie aufgeklärt sein und sich bei jedem Verdacht auf eine Komplikation sofort melden. Bei Dauertherapie mit über 5 mg/Tag Prednisolon sowie bei gesplitteter Dosierung sollte der Patient einen Kortikoidausweis mit sich führen.

 

 

Literatur

  1. Buttgereit F, Da Silva JA, Boers M, Burmester GR, Cutolo M et al (2002) Standardised nomenclature for glucocorticoid dosages and glucocorticoid treatment regimens: current questions and tentative answers in rheumatology. Ann Rheum Dis 61: 718–722

  2. Kaiser H (2000) Corticoide in der Rheumatologie – gestern – heute – morgen. Z Rheumatol 59:75–85

  3. Kaiser H, Kley HK (2002) Cortisontherapie, 11. Aufl. Thieme, Stuttgart

 

 

 

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