Rheumatoide Arthritis
Polymyalgia rheumatica
Fibromyalgiesyndrom



Was ist eine Polymyalgia rheumatica?

 

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, welche zu Schmerzen der Muskulatur, vor allem des Schulter- und des Beckengürtels führt und mit ausgeprägten Entzündungszeichen im Blut einhergeht. Die Patienten sind im Allgemeinen über 60 Jahre alt, Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer, einige Patienten haben gleichzeitig eine Arteriitis temporalis (Entzündung der Schläfenarterien).

 

 

Welche Beschwerden und Symptome können bei der PMR auftreten?

 

Typischerweise haben Patienten mit PMR Schmerzen in den Schultern, welche bei Bewegung zunehmen und morgendlich betont sind. Die Morgentoilette (Zähneputzen, Kämmen, Rasieren) ist dadurch oft deutlich schmerzhaft behindert. In den seltener betroffenen Beinen kommt es zu Schmerzen der Oberschenkelmuskulatur (erschwertes Aufstehen aus dem Sitzen, Auf- und Abgehen von Treppen). Typisch ist zusätzlich ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Ausgeprägte (Schläfen-) Kopfschmerzen, verdickte und überempfindliche Schläfenarterien und Sehstörungen sind Anzeichen für eine gleichzeitig vorliegende Arteriitis temporalis.

 

 

Wie kann man die Krankheit diagnostizieren?

 

Bei typischen Beschwerden und dem entsprechenden Alter der Patienten sollte beim Arzt eine Untersuchung auf Entzündungszeichen im Blut erfolgen (Blutsenkung, CRP). Sind diese deutlich erhöht, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine PMR handelt. Das äußerst prompte Ansprechen auf Cortison bestätigt dann die Verdachtsdiagnose, enthebt den Arzt aber nicht davon, gleichzeitig nach anderen möglichen Ursachen zu suchen, welche Grund für eine ähnliche Symptomatik und "schlechte Blutwerte" sein können (vor allem Tumorerkrankungen und unerkannte Infektionen). Bei einer Arteriitis temporalis kann man mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung die Verdachtsdiagnose bestätigen, gesichert wird diese dann durch eine Gewebsprobe der verdickten Arterie.

 

 

Welche Behandlungen gibt es?

 

"A" und "O" der Therapie ist die Gabe von Cortison, welches bei dieser Erkrankung außerordentlich gut und sehr schnell wirkt. Bei einfachen PMR muss das Cortison nicht so hoch dosiert werden wie bei der Arteriitis temporalis, bei der aufgrund einer Entzündung von Arterien, die das Auge versorgen, eine Erblindung eintreten kann. Wenn man auf Dauer zu hohe Dosen von Cortison benötigt, um ein Wiederauftreten von Entzündungszeichen zu verhindern, können auch andere Medikamente, sog. Immunsuppressiva, ergänzend gegeben werden.

 

 

Wie kann die Krankheit verlaufen?

 

Die Prognose der PMR ist insgesamt recht gut und bei den meisten Patienten reicht eine niedrig dosierte, aber ausreichend lange (mindestens 1 Jahr) gegebene Cortisontherapie allein aus, um die Entzündung vollständig zu unterdrücken. Rezidive, d.h ein Wiederauftreten der Symptome, sind aber möglich. Die Gefahr der Erblindung eines Auges bei einer Arteriitis temporalis kann durch rasche Einleitung einer ausreichend hohen Cortisontherapie verringert werden. Bei einer Normalisierung der Entzündungszeichen im Blut ist diese Komplikation im Allgemeinen nicht mehr zu befürchten.

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