Schulungsprogramme
Literatur



Patientenschulung in der Rheumatologie

 

Seit einigen Jahren wird Patientenschulung bei verschiedenen Krankheitsbildern erfolgreich praktiziert. Eine systematische Patientenschulung verbessert das Krankheitswissen der Patienten, verändert in günstiger Weise die Einstellung zur Krankheit und wirkt sich positiv auf das Krankheitsverhalten aus. Entscheidend sind langfristig zum Teil eindrucksvolle Veränderungen im allgemeinen Gesundheitsverhalten, insbesondere im Bereich der sekundären und tertiären Prävention. Bei einzelnen Krankheitsbildern lassen sich so als Folge von Patientenschulung überzeugende Senkungen von Morbidität, Mortalität und Krankheitskosten beobachten.

 

Auch in der modernen Rheumatologie gehört die Patientenschulung zum Konzept einer modernen multidisziplinären Therapie. Ihre Idee gründet sich auf die Erkenntnisse, dass „Rheuma“ heute zwar in den meisten Fällen immer noch unheilbar ist, aber durch die neuen therapeutischen Möglichkeiten doch in vielen Fällen kontrolliert werden kann.

 

 

Eigenverantwortung des Patienten fördern

 

Dazu ist die Compliance des Patienten notwendig. Aufgrund des in der Patientenschulung erworbenen Wissens, der dort erlernten Fertigkeiten und der aktiven Auseinandersetzung mit der Krankheit wird die Zusammenarbeit von Arzt und Patient auf eine verbesserte Basis gestellt. Auf diese Weise kommt es bei den oft komplexen Therapien zur qualifizierten therapeutischen Mitarbeit der Patienten: eine unabdingbare Voraussetzung für den Therapieerfolg.

 

Der therapeutische Wert der Patientenschulung liegt vor allem in der Übernahme von Eigenverantwortung und - verbunden damit - in einer günstigeren Krankheitsbewältigung sowie ganz allgemein in einer größeren Zufriedenheit des Patienten mit seiner Behandlung und mit seinen Therapeuten.

 

 

 

DGRh definiert Standards der Patientenschulung in Deutschland

 

In der Rheumatologie wurde für Deutschland der Standard für eine systematische Patientenschulung durch den Arbeitskreis Patientenschulung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie definiert. Als erstes wurde ein 6-teiliges Schulungsprogramm für Patienten mit einer chronischen Polyarthritis entwickelt. Später folgten Schulungsprogramme für Patienten mit anderen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, z. B. Morbus Bechterew, Lupus erythematodes, Fibromyalgie-Syndrom oder Osteoporose bzw. für rheumakranke Kinder/Jugendliche und deren Eltern.

 

In mehreren Studien sind inzwischen auch die langfristigen Erfolge der Patientenschulung in der Rheumatologie (bei Morbus Bechterew, chronischer Polyarthritis und Lupus erythematodes) nachgewiesen. Der sozio-ökonomische Nutzen durch eine Verminderung der Arbeitsunfähigkeitszeiten und durch die Verzögerung einer evtl. Erwerbsunfähigkeit ist belegt. So ist z. B. die Kosten-Nutzen-Relation mit 1:17 nachgewiesen.

 

 

DGRh Geschäftsstelle, 24.02.2009