Prüfungsfragen Staatsexamen
Untersuchungskurs
Inhalt
Anamnese
Rheumatische Hand
Untersuchung Schulter
Untersuchung Ellenbogen
Untersuchung Hüfte
Untersuchung Knie
Untersuchung Fuss
Untersuchung Wirbelsäule
Triggerpoints
Untersuchungs- Besonderheiten Jugend
Leitsymptome Kollagenosen
Anhang GALS
Quellen
E-Learning



Die Rheumatische Hand

Kursiv gedruckte Textpassagen stellen fakultativ zu erarbeitende Sachverhalte dar!

 

 

2.1. Symptome und Befunde der Hand bei rheumatischen Erkrankungen

 

2.1.1. Entzündliche Gelenkerkrankungen

 

Rheumatoide Arthritis

  • Akut: symmetrische Polyarthritis, Schwellung von MCP und PIP-Gelenken, Handgelenken, Tenosynovialitiden, Positives Gänsslen-Zeichen: Querdruckschmerz der Handgelenke.
  • Chronisch: Schwanenhals- und/oder Knopflochdeformität, Ulnardeviation der Langfinger, Z-Deformität des Daumens, Atrophie der Mm. Interossei, Verkürzung der Handwurzel,
  • Begleitphänomene: Rheumaknoten, Nagelfalz-Vaskulitis

 

Abb. 1: mutilierender Verlauf einer RA mit Rheumaknoten (rechts); Arthritis im proximalen Interphalangealgelenk IV der rechten Hand bei früher RA (links),

Quelle: Universitätsklinikum Würzburg, Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie

 

 

Arthritis psoriatica

  • Akut: Mon-, Oligo- oder Polyarthritis, regelloses Befallsmuster, Transversal- und Strahlbefall (Wurstfinger), DIP- und PIP-Gelenke betroffen,
  • Chronisch: Regellose Achsenabweichungen, mutilierende Gelenkveränderungen
  • Begleitphänomene: Psoriasisherde der Haut, Nagelveränderung (Tüpfelnägel, Ölflecke, Onycholyse)

 

Abb. 2: Arthritis in MCP-, PIP- und DIP-Gelenken sowie Psoriasis vulgaris des Handrückens bei Psoriasisarthritis, Quelle: Universitätsklinikum Würzburg, Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie

 

 

Gicht, Arthritis urica

 

Reaktive Arthritis

 

Arthritis bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Oligo- oder Monarthritis, bevorzugt untere Extremität, Hand- und Fingergelenke seltener betroffen, Erosive Veränderungen meist fehlend.

 

 

2.1.2. Kollagenosen

 

SLE

  • Akut: Oft symmetrische Polyarthritis, meist nicht erosiv, weniger schmerzhaft als RA
  • Chronisch: Achsenabweichungen der Finger durch Kapselüberdehnung, nicht durch Erosion (Jaccoud-Arthritis bei SLE)
  • Begleitphänomene: Raynaud-Syndrom, Vaskulitische Hautveränderungen (oft periungual), fleckiges Palmarerythem

 

Abb. 3: Jaccoud-Arthropathie bei langjährigem SLE (links); Raynaud (rechts), Quelle: Universitätsklinikum Würzburg, Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie

 

 

Sklerodermie

  • Akut: Teigige Schwellung der Finger, auch polyarthritischer Beginn möglich

 

Abb. 4: Teigiges Ödem der Finger und des Handrückens bei Sklerodermie, Quelle: Universitätsklinikum Würzburg, Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie

 

  • Chronisch: Hautverhärtung, (Sklerodaktylie), Schwund der Fingerbeere, Verlust der Lanugobehaarung der Finger, punktförmige Blutungen in der Nagelfalz, kleine Ulcerationen der Fingerkuppen („Rattenbissnekrosen“), Krepitation der Beuge- und Strecksehnen

 

Abb. 5: Blaulivide Verfärbung und akrale Substanzdefekte („Rattenbissnekrosen“) bei Sklerodermie, Quelle: Universitätsklinikum Würzburg, Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie

 

 

2.1.3. Degenerative Erkrankungen: Fingerpolyarthrose

  • Akut: Reizzustände bei aktivierter Arthrose möglich, mit Schwellung und Überwärmung
  • Chronisch:
    • Heberden-Arthrose: Bildung paariger Knötchen an den DIP-Gelenken
    • Bouchard-Arthrose: Knöcherne Verbreiterung ohne Kapselschwellung an den PIP- Gelenken
    • Rhizarthrose: Schmerz, Krepitation und knöcherne Verbreiterung im Daumensattelgelenk

Chronische Schmerzen und Achsenabweichungen der betroffenen Gelenke sind möglich.

  • Begleitphänomene: keine

 

Abb. 6: Knöcherne Auftreibung des distalen Interphalangealgelenks bei Heberden-Arthrose, Quelle: Bild Universitätsklinikum Würzburg, Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie

 

Sonderform: Arthropathie bei Hämochromatose

 

 

2.1.4. Septische Arthritis

 

 

2.1.5. Neurologische Erkrankungen

 

Polyneuropathie

Kribbelnde Missempfindungen, brennende Schmerzen, Paraesthesien, („pelziges Gefühl, Ameisenlaufen“) an den Fingern und Händen, handschuhförmig, im Verlauf nach proximal ausbreitend. Abschwächung der Tiefensensibilität („Stimmgabeltest“), Ausfall/Abschwächung der Muskeleigenreflexe

 

Karpaltunnelsyndrom

 

 

2.1.6. Andere Veränderungen an der Hand

 

Dupuytren’sche Kontraktur

Kollageneinlagerung in die Palmaraponeurose mit konsekutiver Schrumpfung und schmerzloser Beugekontraktur der Dig. V und IV

 

Fingerknöchelpolster („knuckle pads“)

Schmerzlose Verdickung auf der Dorsalseite der PIP-Gelenke durch Bindegewebseinlagerung

 

CRPS (Chronic Regional Pain Syndrome, ältere Synonyme: Algoneurodystrophie, M. Sudeck)

Tenosynovitis

Bei RA, bei seronegativen Spondyloarthropathien, idiopathisch

 

 

2.2. Untersuchungstechnik der Hand

 

Untersuchung der PIP-Gelenke: Untersuchung in gestreckter Hand, Umgreifen des Gelenkes von medial und lateral mittels Zeigefinger und Daumen. Mit Daumen und Zeigefinger der zweiten Hand wird das Gelenk palpiert ggf. von volar leicht ausgedrückt.

Untersuchung der MCP-Gelenke: Untersuchung der MCP-Gelenke an der pronierten Hand in einem Flexionsgrad von etwa 50 Grad. Untersuchung jedes MCP-Gelenkes. Mit Zeige- oder Mittelfinger der linken Hand wird das zu untersuchende Gelenk nach dorsal gedrückt, und mit Zeigefinger und Daumen der rechten Hand palpiert.

Untersuchung des Handgelenks: Untersuchung in Neutral-Null-Position, Palpation der Palmarfläche des Handgelenks, leichte Bewegung des Handgelenkes von etwa 10 bis 20 Grad nach dorsal und palmar während der Untersuchung mit leichtem Druck der examinierenden Hände.

 

Es ist zu achten auf:

Funktionsprüfung:

 

DGRh-Geschäftsstelle, 30.09.2010


Studentische Ausbildung Rheumatologie: die RISA-Studie

Z Rheumatol 63: 160-166 (2004)

Mitgliedschaft DGRh, mehr

Qualitätssicherung in der Rheumatologie, mehr

 

Bildgebende Verfahren

 

Zeitschrift für Rheumatologie, mehr