Rheumatoide Arthritis
Osteoporose
Fibromyalgiesyndrom



Was ist eine Osteoporose?

 

Eine Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, bei der es durch eine Verminderung der Knochenmasse und Störung der Knochenzusammensetzung zu einer über das normale Maß hinausgehenden Brüchigkeit der Knochen kommt.

 

Bis zu einem gewissen Maß ist die Abnahme der Knochenmasse Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Nach einem Maximum an Knochensubstanz ("Knochendichte") um das 30. Lebensjahr, nimmt die Knochenmasse mit dem Alter kontinuierlich ab. Männer haben in praktisch allen Lebensphasen eine deutlich höhere Knochendichte als Frauen, bei welchen – durch Rückgang der weiblichen Hormonbildung - insbesondere ab den sog. "Wechseljahren" der Knochenabbau schneller erfolgt als zuvor. Die Osteoporose ist somit eine Erkrankung, die Frauen und ältere Menschen deutlich häufiger betrifft als Männer und junge Menschen. Mehr als ein Drittel aller Frauen über 60 Jahre haben eine Osteoporose. Mehr als 130.000 Bundesbürger erleiden pro Jahr eine osteoporotische Fraktur. Eine Osteoporose, die durch Medikamente (z.B. Cortison) oder andere Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) hervorgerufen wird, nennt man auch "sekundäre" Osteoporose.

 

 

Welche Beschwerden kennzeichnen eine Osteoporose?

 

Röntgenbild der Wirbelsäule mit Kompressionsfrakturen mehrerer Wirbelkörper

Die Knochen, welche bei einer Osteoporose am häufigsten brechen, sind die Wirbelkörper der Brust- und Lendenwirbelsäule und der Oberschenkelhals. Diese "Frakturen" können "spontan" oder durch äußere Einwirkungen (Druck, Stoß, Sturz) entstehen, wobei diese bei der Osteoporose nur leicht ("inadäquat") sein brauchen, um zu einer Fraktur zu führen.

 

Zu Beginn einer Osteoporose treten oft keine oder nur geringe Beschwerden auf, zum Beispiel gelegentliche Rückenschmerzen und Muskelverspannungen. Bei den Brüchen der Wirbelkörper handelt es sich um "Einbrüche" der sog. Grund- und Deckplatten (sozusagen der Boden und der Deckel) der Wirbelkörper. Dies führt zu plötzlichen, meist starken Schmerzen im Rücken, die nach einigen Wochen wieder abklingen, wenn es dann nicht schon wieder zu einer weiteren Fraktur gekommen ist (periodische Rückenschmerzen). Diese Einbrüche der Wirbelkörper werden häufig als "Hexenschuss" fehlgedeutet. 

 

 

sogenannter "Witwenbuckel"

Wenn mit der Zeit mehrere bis viele Wirbelkörper solche Brüche aufweisen und entsprechend deformiert sind ("Keilwirbel"), entsteht ein sog. Rundrücken ("Witwenbuckel") und die Patienten werden immer kleiner. Eine Oberschenkelhalsfraktur entsteht meist nach einem inadäquaten Trauma (Sturz) zu plötzlichen Schmerzen der "Hüfte" und Gehunfähigkeit, weshalb diese nicht so leicht "übersehen" wird.

 

 

Wie diagnostiziert man eine Osteoporose?

 

Bei entsprechenden Beschwerden (s.o.) wird eine Osteoporose meist im Röntgenbild durch den Nachweis eines Wirbelkörper- oder Oberschenkelhalsbruches, der ohne adäquates Trauma entstanden ist, festgestellt. Will man bei entsprechenden Risiken (Frauen über 70 Jahre, Männer über 80 Jahre, Sturzneigung, andere Frakturen ohne entsprechende Ursache) eine Osteoporose diagnostizieren, empfiehlt sich eine sog. Knochendichtemessung (Densitometrie).

Laboruntersuchungen dienen zur Abklärung anderer (d.h. nicht altersbedingter) Ursachen der Osteoporose (z.B. Bestimmung der Schilddrüsenwerte zum Ausschluss einer Überfunktion).

 

 

Welche Behandlungen gibt es?

 

Die Vorbeugung und auch die sog. Basistherapie bei schon eingetretener Osteoporose ist Bewegung und richtige Ernährung. Jede Form von Bewegung fördert die Muskelkraft, vermindert die Sturzneigung und wirkt dem Knochenabbau entgegen. Je nach Alter und Bewegungsfähigkeit des Patienten kann dies nur regelmäßiges Spazierengehen, Koordinations- und Gehtraining, Gymnastik oder gezielte sportliche Betätigung (Schwimmen, Kraft- und/oder leichtes Lauftraining) sein.

 

Die Ernährung sollte kalziumreich (Milchprodukte!) und reich an Vitamin D (Fisch, Eier, Milchprodukte) sein. Da Vitamin D vom Körper selber durch Sonneneinwirkung in der Haut aus Cholesterin gebildet werden kann, sollten sich ältere Leute jeden Tag mindestens eine halbe Stunde im Freien aufhalten (auch bei bewölktem Wetter reicht die UV-Strahlung für die Vitaminproduktion aus). Das Rauchen ist übrigens auch für die Osteoporose ungünstig.

 

Die durch den Arzt festzulegende medikamentöse Therapie der Osteoporose besteht neben der Gabe von Calcium und Vitamin D in Form von Tabletten vor allem in der Gabe von Medikamenten, welche den Knochenabbau aufhalten bzw. den Knochenaufbau fördern.

 

 

Wie kann die Krankheit verlaufen?

 

Ohne Therapie schreitet die Osteoporose voran und kann auf Dauer neben den Schmerzen zu Gehunfähigkeit (Gehstock à Unterarmgehstützen à Rollator à Rollstuhl) bis zur Bettlägerigkeit und damit zu Abhängigkeit von fremder Hilfe führen. Eine gute Vorbeugung oder Behandlung der Osteoporose wirkt in den meisten Fällen aber sowohl der Entstehung als auch dem Voranschreiten der Erkrankung sowie Komplikationen entgegen.

 

 

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