Medikamentöse Therapie:
Mycophenolsäure
Therapie Status Quo
Therapie Grundlagen
Therapie bei SLE
Studien
Dosierung - Verträglichkeit
Zusammenfassende Beurteilung
Indikationen
Literatur



Sonstige Stellungnahmen



Gegenwärtiger Stand zur Therapie schwerer SLE-Verlaufsformen

Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) bestimmen Art und Schwere der Organbeteiligungen die Prognose und Morbidität im Langzeitverlauf entscheidend mit. Klinisch manifeste Nierenbeteiligungen finden sich in Abhängigkeit vom Patientenkollektiv und Dauer der Erkrankung in bis zu 50 % der Patienten. Histologische Nierenveränderungen werden sogar bei nahezu allen Patienten gefunden. Studien aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Mortalität bei der proliferativen Lupusnephritis in den 70er Jahren durch den Einsatz von Azathioprin und Glukokortikoiden reduziert werden konnte, wobei diese Therapeutika die Langzeit-Nierenfunktion letztlich nicht wesentlich beeinflussen konnten. Einen weiteren Fortschritt stellte dann die Behandlung der Lupusnephritis mit i.v. Cyclophosphamid dar, was insbesondere durch die Studie am National Institute of Health (NIH) in Bethesda belegt wurde. Das NIH-Regime zeigte die Überlegenheit von Cyclophosphamid gegenüber der Monotherapie mit Glukokortikoiden in Hinblick auf ein chronisches Nierenversagen, wobei Cyclophosphamid keinen Einfluss auf die Gesamt-Mortalität zu haben scheint [1]. Langzeituntersuchungen zeigten jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Therapieversagen bei Patienten, die mit Cyclophosphamid allein oder Cyclophosphamid in einer Kombination mit Methylprednisolon behandelt wurden, signifikant niedriger als in einer nur mit Methylprednisolon behandelten Gruppe war  [2, 3]. Daher wird Cyclophosphamid immer noch als die beste Option zum langfristigen Erhalt der Nierenfunktion angesehen. Die derzeitige Standardtherapie der proliferativen Lupusnephritis besteht aus einer Induktionstherapie mit Glukokortikoiden und Cyclophosphamid nach dem NIH-Schema in einer Dauer zwischen 6 und 24 Monaten, gefolgt von einer Langzeittherapie zur Erhaltung mit einem weniger toxischen Medikament wie z.b. Azathioprin, hierzu existieren allerdings keine kontrollierten Langzeitdaten. Durch diese Therapieformen kann der Prozentsatz der Patienten mit Lupusnephritis Typ IV, die ein terminales Nierenversagen entwickeln, auf etwa 10 – 15% reduziert werden.

Die Cyclophosphamid-Therapie ist insbesondere dosisabhängig mit erheblichen Nebenwirkungen, z. B. Infektionen und Entwicklung maligner Erkrankungen verbunden. Eine bedeutende Komplikation dieser Therapie stellt ein vorzeitiger Verlust der Eierstockfunktion dar (dosisabhängig bei bis zu 60% der Frauen, die im Alter > 30 Jahren behandelt werden) [4, 5]. Dosisminimierungskonzepte beinhalten daher eine geringere kumulative Cyclophosphamid-Dosis [6]. Ein wünschenswertes Ziel in der Behandlung des schweren SLE wäre eine weniger toxische Therapiealternative zur Induktion als Cyclophosphamid und eine effektivere Therapie in der Erhaltung als Azathioprin.

Therapie-Empfehlung Mycophenolsäure

 

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