Ende der 90er Jahre wurde Mycophenolsäure im Mausmodell der Lupusnephritis erfolgreich eingesetzt [14]. Im Verlauf häuften sich Fallberichte bzw. unkontrollierte Studien bei SLE mit therapieresistenter Nierenbeteiligung oder einer unbeeinflussbaren sonstigen Krankheitsaktivität [15-20]. Fast alle Patienten hatten bereits erfolglos verschiedene Therapien erhalten (u.a. Azathioprin, Ciclosporin, Cyclophosphamid, Methotrexat). Die Dauer der Beobachtungen lag im Mittel meist unter einem Jahr. Die meisten Patienten mit Nephritis respondierten gut mit einem signifikanten Abfall der Proteinurie. Der überwiegende Teil der Autoren berichtete zudem über ein gutes Ansprechen der Gesamt-SLE-Aktivität gemessen am SLAM [16] bzw. SLEDAI [21] und eine Glukokortikoid-Ersparnis. Außerdem wurde über einen Rückgang von Anti-DNA-Antikörpern und Stabilisierung der Komplementspiegel berichtet, die in einer Studie statistisch signifikant waren [20].