Medikamentöse Therapie:
Mycophenolsäure
Therapie Status Quo
Therapie Grundlagen
Therapie bei SLE
Studien
Dosierung - Verträglichkeit
Zusammenfassende Beurteilung
Indikationen
Literatur



Sonstige Stellungnahmen



Grundlagen der Behandlung mit Mycophenolsäure

Die Erfahrungen in der Transplantationsmedizin zeigen, dass Mycophenolatmofetil (MMF) bei der Verhinderung einer akuten Transplantatabstoßung wirksamer ist als herkömmliche Immunsuppressiva und dabei zugleich eine vergleichsweise hohe therapeutische Sicherheit aufweist. Drei große randomisierte Studien konnten eine Überlegenheit von Mycophenolsäure gegenüber Azathioprin in Bezug auf das Verhindern einer akuten Transplantatabstoßung zeigen [7, 8, 9]. In Deutschland sind derzeit zwei Substanzen mit dem aktiven Wirkstoff Mycophenolsäure (MMF und Natrium-Mycophenolat) in Kombination mit Ciclosporin und Cortison für die Vorbeugung einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantationen zugelassen. Die äquivalente Wirksamkeit dieser beiden Substanzen wurde in zwei randomisierten doppelblinden Phase-III-Studien belegt [10, 11].

Mycophenolsäure ist ein Gärungsprodukt verschiedener Pilzarten der Gattung Penicillium und wurde 1896 erstmals isoliert. Die Entwicklung von MMF geht auf Allison zurück [12]. Mycophenolatmofetil wird nach oraler Gabe zu dem aktiven Metaboliten Mycophenolsäure (MPA) hydrolysiert. MPA ist ein selektiver, nicht-kompetitiver und reversibler Hemmer der Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMPDH), einem Schlüsselenzym in der de-novo-Guanosin-Synthese. Da für die Proliferation von T- und B-Lymphozyten die de-novo-Purin-Synthese unerlässlich ist, während andere Zelltypen den Wiederverwertungsstoffwechsel benutzen können, wirkt MPA stärker zytostatisch auf Lymphozyten als auf andere Zellen. Zudem hemmt Mycophenolsäure vorwiegend IMPDH Typ II, die vor allem in aktivierten Lymphozyten exprimiert wird [13]. Es kommt so zu einem selektiven Immundefekt durch spezifische Suppression der Lymphozytenproliferation. In Anbetracht der Schlüsselstellung der Lymphozytenaktivierung in der Autoimmunpathogenese erscheint der Einsatz von Mycophenolsäure beim SLE erfolgversprechend.

Therapie-Empfehlung Mycophenolsäure

 

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