Medikamentöse Therapie:
Mycophenolsäure
Therapie Status Quo
Therapie Grundlagen
Therapie bei SLE
Studien
Dosierung - Verträglichkeit
Zusammenfassende Beurteilung
Indikationen
Literatur



Sonstige Stellungnahmen



Dosierung und Verträglichkeit von Mycophenolsäure

Bei Nierentransplantation zeigte sich unter einer Mycophenolsäure -Dosis von 2 bzw. 3 g/Tag zumindest bei kaukasischen Patienten eine ähnliche Effektivität hinsichtlich der Transplantatabstossungsrate. Allerdings kam es dosisabhängig zu mehr klinischen CMV-Infektionen und zu gastrointestinalen Unverträglichkeiten. Bei SLE wurde zur Induktions- und Erhaltungstherapie unterschiedliche Dosierungen eingesetzt. Initial wurden meistens Dosen zwischen 0,5-2 g/Tag bzw. Erhaltungsdosen zwischen 1,5 und 2 g/Tag verordnet. In der von Ginzler publizierten Studie betrug die mittlere maximal tolerierte Dosis 2.7 g/Tag; 64 % der Patienten tolerierte die angestrebte Dosis von 3 g/Tag. Contreras setzte 1.5 – max. 2 g/Tag über 6 Monate ein, dann erfolgte eine Reduktion auf 250 bis 500 mg/Tag. Eine eventuell zu niedrige Dosis bzw. zu frühe Reduktion führte in der Chan-Studie möglicherweise zu mehr Rezidiven.

Die bisherige Erfahrung mit dem Einsatz von Mycophenolsäure bei SLE geht dahin, dass die Substanz in der Regel gut vertragen wird und üblicherweise nicht mit schweren, ernsten Nebenwirkungen einhergeht [20, 21, 24]. Hauptnebenwirkungen sind Infektionen (16-24%, meist Harnwegsinfekte, Infekte der oberen Atemwege, Herpes Zoster). In 2,7% wurde eine Tuberkulose angegeben. Bei einer Dosierung von unter 2 g/Tag kam es nicht zu schweren Infektionen. Daneben kommt es häufiger zu Unverträglichkeiten im Bereich des Magen-Darm-Traktes (10-40 %; Diarrhöe, Nausea, Erbrechen). Seltener waren eine Verstärkung der Körperbehaarung (6,7%), Leukopenie (1-3%) und vorübergehende Erhöhungen der  SGPT (2,7%). Mycophenolsäure wurde in den  Studien überwiegend mit Glukokortikoiden kombiniert.

Die meisten unerwünschten Wirkungen traten innerhalb der ersten 2-3 Monate auf. Eine Dosisreduktion führte oft zu einem Sistieren der Beschwerden, so dass etwa 70 % der Patienten auch noch nach über 12 Monaten mit Mycophenolsäure therapiert wurden. Nur in bis zu 16 % wurde die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen abgesetzt.

Mycophenolsäure bei extrarenalen Organmanifestationen

Da die mit der Lymphozytenaktivierung einhergehenden Autoimmunprozesse zu den unterschiedlichen Krankheitsmanifestationen beim SLE beitragen können, erscheint es plausibel, dass eine Substanz, die bei der Nephritis wirksam ist, auch andere Krankheitsmanifestationen positiv beeinflussen kann. Dafür sprechen der kasuistisch erfolgreiche Einsatz von Mycophenolsäure bei SLE-assoziierter Thrombozytopenie bzw. autoimmunhämolytischer Anämie und SCLE [27-33]. Zum Einsatz bei Hautveränderungen gibt es eine Publikation, die keinen positiven Effekt zeigte [30]. Dies ist vergleichbar mit anderen Immunsuppressiva.

Mycophenolsäure zur Prävention von Krankheitsschüben

Bijl et al behandelten SLE-Patienten ohne klinische Hinweise auf eine Krankheitsaktivität, die aber mit einem Anstieg der Anti-DNA-Antikörper um 25 % innerhalb von 4 Monaten auffielen, mit Mycophenolsäure, um eine klinische Exazerbation zu verhindern [34]. Die Autoren verglichen die Ergebnisse mit einer historischen Kontrollgruppe, die unter ähnlichen Voraussetzungen nicht behandelt wurde. Bei dieser Kontrollgruppe kam es bei über der Hälfte der Patienten zu einer klinischen Aktivitätszunahme. Bei den mit Mycophenolsäure behandelten Patienten (n=10) wurde ein Abfall der Anti-DNA-Antikörper und des SLEDAI registriert; nach 6 Monaten hatte kein Patient einen klinischen Schub entwickelt. Diese Daten sind als Hinweis zu interpretieren, dass der Einsatz von Mycophenolsäure das Auftreten von Schüben verhindern kann.

 

Therapie-Empfehlung Mycophenolsäure

 

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