Arbeitsbereich Experimentelle Rheumatologie
Neue Therapien



IL-1 vermittelt die TNF-induzierte Knorpelzerstörung

 

von Georg Schett, Uniklinik Erlangen-Nürnberg

 

Tumornekrosefaktor (TNF) und Interleukin (IL)-1 werden als zentrale Zytokine bei Gelenkerkrankungen angesehen. Die Hemmung beider Zytokine durch Biologika ist bereits in klinischer Anwendung. Die Frage, der in der Arbeit in PNAS nachgegangen wurde, ist, wie TNF und IL-1 miteinander interagieren, insbesondere ob und wie TNF auch ohne IL-1 auf das Gelenk wirkt. Durch Kreuzung von Mäusen, die eine überschießende TNF Produktion aufweisen, mit Mäusen, denen IL-1 komplett fehlt, konnte dieser Fragestellung nachgegangen werden.

 

Interessanterweise konnte TNF auch ohne IL -1 eine Gelenkentzündung auslösen. Dies ist gut vereinbar mit dem relativ schwachen klinischen Effekt einer IL-1 Blockade bei rheumatoider Arthritis. Trotz Gelenkentzündung kam es allerdings zu keinerlei Knorpelverlust und nur geringer Knochenschädigung. Das heißt, dass IL-1 für die Knorpelschädigung durch TNF essentiell ist und dass dieses Zytokin einen wesentlichen Anteil an der Knochenschädigung durch TNF hat. Die Stärke der IL-1 Hemmung könnte daher die Protektion des Gelenkknorpels bestimmen, wobei dies für Fragestellungen bei Osteoarthrose von zentraler Bedeutung ist.

 

Zusammenfassend konnte in dieser Arbeit die Gelenkentzündung durch Manipulation in der IL-1 Expression vollständig von der Knorpelschädigung getrennt werden.

 

 

Literatur

 

Zwerina, J., Redlich, K., Polzer, K., Joosten, L., Kronke, G., Distler, J., Hess, A., Pundt, N., Pap, T., Hoffmann, O., Gasser, J., Scheinecker, C., Smolen, J. S., van den Berg, W. & Schett, G. (2007) Proc Natl Acad Sci U S A 104, 11742-7.