Medikamentöse Therapie:
Immunglobuline
Klinische Situation
Behandlung mit IVIG
Einsatzbereiche chronische Myositis
Kontraindikation
Strenge Indikationsstellung
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Überwachung bei Infusion
Durchführung
Unerwünschte Wirkungen d.IVIG-Therapie
Wechselwirkungen
Studien/Klinische Erfahrungen
Probleme, offene Fragen
Literatur



Sonstige Stellungnahmen



Unerwünschte Wirkungen der IVIG-Therapie

 

 

Mit schweren unerwünschten Wirkungen muss bei 1–2,5% der behandelten Patienten gerechnet werden [28]. Bei immerhin bis zu 10–50% der Patienten werden leichtere unerwünschte Reaktionen berichtet [39]. Insbesondere können während der ersten Stunde der Infusion Gesichtsrötung, Brust-Engegefühl, Rückenschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Fieber, Schwitzen, Kopfschmerzen und Blutdruckabfall beobachtet werden [40]. Je nach Schwere der Symptomatik muss die Infusionsgeschwindigkeit verlangsamt oder die Infusion gestoppt werden.

 

Anaphylaxie

Anaphylaktische Reaktionen sind selten und werden vorzugsweise bei Patienten mit selektivem IgA-Mangel beobachtet [40], bei denen man gehäuft Antikörper gegen IgA findet [41].

 

Akutes Nierenversagen

Gelegentlich im Zusammenhang mit IVIG-Therapie beobachtete Fälle von akutem Nierenversagen werden vorzugsweise bei Verwendung Saccharose-haltiger (-> zur Stabilisierung der Immunglobulinlösung) Immunglobulinpräparate gesehen und als osmotische Tubulusschädigung durch Aufnahme von Saccharose in die Zellen des proximalen Tubulus erklärt. Bis Mai 2002 wurden weltweit 114 Fälle berichtet [42–45]. Als Risikofaktoren werden vorbestehende Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Hypovolämie, Übergewicht, nephrotoxische Begleitmedikation sowie ein Alter >65 Jahre angesehen. Bei Vorliegen von Risikofaktoren sollen keine Saccharose-haltigen Präparate verwendet werden [45].

 

Hämolyse

In Einzelfällen wurden Coombs-Test-positive hämolytische Anämien beobachtet, insbesondere bei Infusion mit hohen Immunglobulin-Konzentrationen [46–49]. Diese Reaktionen werden mit dem Vorhandensein von Erythrozyten-Alloantikörpern wie Anti-D, Anti-A und Anti-B in der Immunglobulinpräparation erklärt.

 

Aseptische Meningitis

Nach Infusion großer Mengen von Immunglobulinen (1 g/kgKG/Tag) entwickeln sich selten aseptische Meningitiden. Bislang wurde über 30–40 Fälle berichtet, in einer Studie 11% (6 von 54) aseptische Meningitiden beobachtet [50]. Dabei bestand kein Zusammenhang mit der Infusionsgeschwindigkeit oder mit einer bestimmten Präparation. Klinisch treten starke und andauernde Kopfschmerzen auf. Bei der Liquoruntersuchung findet sich eine Pleozytose.

 

Thrombembolische Ereignisse

Im Zusammenhang mit IVIG-Therapie wurden in bis zu 2–3% der Patienten thrombembolische Ereignisse wie tiefe Venenthrombose, Schlaganfall und Myokardinfarkt berichtet [39, 51–60]. Als Risikofaktoren gelten: Patienten mit Anzeichen für zerebrale oder koronare Ischämie, Bluthochdruck, Alter >65 Jahre.

 

Infektionsübertragung

s.o. "Grundlagen der Behandlung mit IVIG-Therapie/Herstellung“.

 

 

 

Therapie-Empfehlung Immunglobuline

 

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