Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronisch entzündliche Systemerkrankung die vorwiegend die Gelenke befällt und zu ihrer fortschreitenden Zerstörung führt. Untersuchungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass neben Entzündungszellen und ihren Mediatoren residente Fibroblasten der Gelenkinnenhaut eine entscheidende Rolle in der Pathogenese der Erkrankung spielen.
Diese Zellen zeigen Merkmale einer stabilen Aktivierung, die auch unabhängig vom Entzündungsgeschehen aufrechterhalten wird. Im Gegensatz zu normalen synovialen Fibroblasten oder Fibroblasten bei Osteoarthrose (OA) weisen sie eine deutliche Hochregulierung von Proto-Onkogenen und Transkriptionsfaktoren auf. Diese Veränderungen führen in einem sich zum Teil selbst unterhaltenden Prozess zur Aktivierung von Adhäsionsmolekülen und matrixabbauender Enzyme sowie zu Veränderungen im programmierten Zelltod. Als Konsequenz haften sich die aktivierten Fibroblasten an den Gelenkknorpel bzw. Knochen an und bewirken deren fortschreitende Zerstörung.
Ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen, die zur stabilen Aktivierung synovialer Fibroblasten bei RA beitragen ist daher für die Erforschung der Pathogenese der Erkrankung und die Entwicklung neuer Therapiestrategien von zentraler Bedeutung.
Z Rheumatol 64: 396–401 (2005), U. Müller-Ladner, T. Pap