Arbeitsbereich Experimentelle Rheumatologie
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B-Zellen

B-Lymphozyten – sind sie wichtig für die Pathogenese der Rheumatoiden Arthritis?

 

B-Zellen haben eine wichtige Funktion in der Pathogenese der Rheumatoiden Arthritis (RA). Vieles spricht dafür, dass sie aktiv an dem chronischen Entzündungsprozess beteiligt sind. Hier zeigen wir, dass sich im chronisch entzündeten Synovialgewebe Lymphstrukturen bilden können, welche direkt am Ort des Entzündungsgeschehens die Aktivierung und Differenzierung autoreaktiver B-Zellen unterstützen.

 

Im entzündeten Synovialgewebe können Plasmazellen entstehen, die hoch affine Autoantikörper direkt ins Gewebe abgeben. Die Bildung von Antigen/Antikörperkomplexen und damit die Aktivierung der Komplementkaskade und Stimulierung von Makrophagen, verstärken den Entzündungsprozess. Zusätzlich sind B-Zellen als antigen-präsentierende Zellen auch maßgeblich an der Aktivierung der CD4+-TZellen im Synovialgewebe beteiligt.

 

Die Bedeutung der B-Zellen für die Pathogenese der RA zeigt sich deutlich in den guten Therapieerfolgen, die nach Behandlung von RA-Patienten mit Rituximab, einem monoklonalen Antikörper der B-Zellen depletiert, erreicht wurden. Neue Therapiestudien zeigten, dass schon die kurzfristige Ausschaltung der B-Zellen ausreicht, den Krankheitszustand der Patienten zu verbessern.

 

Z Rheumatol 64: 383–388 (2005), C. Berek

 

 

 

Autoantikörper und die Zellen, die sie machen

 

Autoantikörper sind von großer diagnostischer Bedeutung bei systemischen und organspezifischen Autoimmunerkrankungen. Sie können direkt oder indirekt zur Pathogenese dieser Erkrankungen beitragen. Erst in den letzten Jahren hat man sich zunehmend mit den Zellen beschäftigt, die (Auto)antikörper sezernieren. Antikörpersezernierende Zellen sind Plasmablasten und Plasmazellen, die sich nach Antigenkontakt aus B-Zellen entwickeln.

 

Über Jahrzehnte hielt sich in der Immunologie das Dogma, dass (Auto)antikörper nur von kurzlebigen Plasmablasten und Plasmazellen, die durch eine chronische (Auto)antigen-vermittelte B-Zell-Stimulierung entstehen, sezerniert werden. Kürzlich konnte jedoch gezeigt werden, dass Plasmazellen unter bestimmten Bedingungen in Nischen im Knochenmark und entzündeten Geweben für Monate bis Jahre überleben können. Diese langlebigen Plasmazellen, die resistent auf Immunsuppressiva sind und auch nicht durch B-Zell-depletierende Therapien eliminiert werden, sezernieren unabhängig von der weiteren Existenz eines Antigen-Stimulus kontinuierlich (Auto)antikörper.

 

In Abhängigkeit davon, ob protektive oder autoreaktive Antikörper sezerniert werden, ist dieses Plasmazell-Gedächtnis bei der Aufrechterhaltung der protektiven humoralen Immunität oder in der Pathogenese von Autoimmunprozessen beteiligt. Strategien, die langlebige autoreaktive Plasmazellen angreifen, stellen somit einen interessanten therapeutischen Ansatz bei Autoimmunerkrankungen dar.

 

Z Rheumatol 64: 389–395 (2005), F. Hiepe, T. Dörner

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