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Kussmaul-Medaille der DGRh für Heinz-Jürgen Lakomek und Werner Liman


Bremen – Professor Dr. Heinz-Jürgen Lakomek aus Minden und Dr. Werner Liman aus Hagen erhalten beim 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie am 2. September in Bremen die Kussmaul-Medaille für die Gründung und langjährige erfolgreiche Führung des Verbands Rheumatologischer Akutkliniken e. V. (VRA). Mit der Medaille ehrt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie herausragende Persönlichkeiten, die mit ihrem Lebenswerk oder mit einer bedeutsamen Einzelleistung die Rheumatologie in Deutschland entscheidend geprägt haben.


Der Verband Rheumatologischer Akutkliniken (VRA) wurde aufgrund der Initiative einiger akutstationär tätiger Rheumatologen in leitender Funktion im Oktober 1998 in Baden-Baden von 16 Geschäftsführern als Trägerverband gegründet. Ziel war, eine hohe Behandlungsqualität in Rheumakliniken zu erreichen und zu sichern. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde im Jahr 2002 mit der Verabschiedung von fünf Richtlinien zur Strukturqualität der akutstationären rheumatologischen Einrichtungen getan. Darüber hinaus starteten die VRA-Kliniken ab 2003 ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Ergebnis- und Qualitätssicherungsprojekt, das sich als „obra“-Projekt (Outcome Benchmarking in der Rheumatologischen Akutversorgung) auf nationaler Ebene etablierte und anschließend als „kobra“-Projekt (Kontinuierliches Outcome Benchmarking in der Rheumatologischen Akutversorgung) verstetigt wurde. Seit dem Start dieses Benchmark-Qualitätsprojektes 2003 ist die Deutsche Rheuma-Liga (DRL) als Patientenselbsthilfegruppe in die Ausgestaltung und Weiterentwicklung eng eingebunden.

Seit 2011 unterziehen sich die teilnehmenden Kliniken im jährlichen Wechsel einer Messphase mit anonymisierten Patientenbefragungen und Datenauswertungen und einer Qualitätsmanagementphase mit Benchmark-Workshops. Für die Kliniken ergibt sich hieraus ein kontinuierlicher Erkenntnisgewinn über Einflussfaktoren auf Patientenzufriedenheit und –sicherheit, Behandlungserfolg und Einweiserzufriedenheit. Seit 2012 verleiht das BQS-Institut als Projektleitung gemeinsam mit dem VRA ein jeweils auf zwei Jahre befristetes Gütesiegel auf der Basis der Erfüllung der Strukturqualitätsrichtlinien sowie der erfolgreichen Teilnahme der entsprechenden Kliniken an der Evaluation.

Professor Lakomek ist Vorsitzender des VRA und Chefarzt der Klinik für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Geriatrie am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden, einem Krankenhaus der Maximalversorgung. Er studierte Medizin in Göttingen und Düsseldorf und habilitierte 1985 mit einer Arbeit über die Erkrankung Systemischer Lupus erythematodes. Seit 1990 hat Professor Lakomek eine APL-Professur an der Universität Düsseldorf inne. Er ist Autor von über 130 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Mitglied in zahlreichen Fachverbänden.

Dr. Liman studierte Medizin in Münster, Würzburg, Wien und Düsseldorf. Er war Gründungs- und Vorstandsvorsitzender des VRA bis 2007 und von 1984 bis 2010 Chefarzt der Rheumaklinik im ev. Krankenhaus Hagen-Haspe. Seitdem ist er als FA für physikalische und rehabilitative Medizin noch in einer kleinen Praxis niedergelassen.


Die Kussmaul-Medaille soll die Rheumaforschung und den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen unterstützen, wissenschaftliche Konzepte der Aus-, Weiter-und Fortbildung sowie der Patientenschulung fördern und Mitglieder, Ärzteschaft und Öffentlichkeit in wissenschaftlichen Fragen zu den Grundlagen der Erkennung, Behandlung, Rehabilitation und Verhütung rheumatischer Krankheiten informieren.


Namensgeber der Auszeichnung ist der deutsche Internist Adolf Kussmaul (geboren 1822 in Graben bei Karlsruhe, gestorben 1902 in Heidelberg). Er wirkte in Heidelberg, Erlangen, Freiburg und Straßburg. Neben der Beschreibung der Kussmaul-Atmung, zum Beispiel beim diabetischen Koma, des Kussmaul-Pulses, eines paradoxen Pulses bei Perikarditis, sind seine gastroenterologischen Forschungen mit der Einführung eines Vorläufers des Gastroskops bedeutsam.
Zusammen mit Maier beschrieb er 1866 die Kussmaul-Maier-Krankheit oder Panarteriitis nodosa als eine Entzündung und fibrinoide Nekrose von Arterien mittlerer Größe mit Aneurysmenformation und Organinfarkten.


Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

Oben: Prof. Dr. Heinz-Jürgen Lakomek, Unten: Dr. Werner Liman

Kontakt:

Dr. med. Julia Rautenstrauch
Generalsekretärin
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V.
Geschäftsstelle der DGRh
Köpenicker Straße 48/49, Aufgang A
10179 Berlin
Tel. +49 30 240 484 70
Fax +49 30 240 484 79
Julia.rautenstrauch(at)dgrh.de
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