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Risikostrukturausgleich

Neuer Entwurf berücksichtigt entzündlich-rheumatische Erkrankungen

 

 

Berlin, 11. April 2008

 

Das Bundesversicherungsamt hat einen Entwurf der Liste der 80 Erkrankungen vorgelegt, die im Risikostrukturausgleich berücksichtigt werden sollen. Nunmehr sind auch die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, die Arthrosen der großen Gelenke und die Osteoporose berücksichtigt. Die Behörde folgt im Wesentlichen den Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats, berücksichtigt aber auch die Forderungen der Deutschen Rheuma-Liga sowie des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen.

 

Ab 2009 sollen die Krankenkassen einheitliche Beiträge für alle Versicherten erhalten sowie Zu- und Abschläge bei bestimmten Krankheitsklassen. Diese legt das Bundesversicherungsamt in Form einer Liste fest. Unterstützung erhält es durch den Wissenschaftlichen Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleiches – ein vom Bundesministerium für Gesundheit berufenes Beratergremium, dessen Experten aus Universitäten mit gesundheitsökonomischem Hintergrund stammen.

 

Der Beirat benannte bis Oktober 2007 in einem Gutachten rund 80 Krankheiten, die kostenintensiv, chronisch und schwerwiegend verlaufen. Von den rheumatischen Erkrankungen berücksichtigte es jedoch nur die infekt-bedingte Arthritis und die Hämochromatose-Osteoarthropathie. Krankenkassen, die Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen versichern, sollten demnach keine Zuschläge erhalten – trotz hohen Behandlungskosten und chronischem Verlauf. Die ohnehin schon defizitäre Versorgungssituation hätte sich weiter verschlechtert.

 

In ihren Stellungnahmen kritisierten die Deutsche Rheuma-Liga und der Berufsverband Deutscher Rheumatologen zu Recht die nicht nachvollziehbare Trennung von ähnlichen Diagnosen und die Benachteiligung von häufigen Erkrankungen durch die Berechnungsmethodik. Das Bundesversicherungsamt hat auf Grund dieser Interventionen eine neue Liste mit allen relevanten rheumatischen Erkrankungen veröffentlicht. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie begrüßt diesen Schritt sehr und dankt den beiden Organisationen für ihr politisches Engagement.

 

Stellungnahmen zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs