Medikamentöse Therapie:
Schwangerschaft
NSAR / Coxibe
Glukokortikoide
Antimalariamittel
Sulfasalazin
Cyclosporin A
Azathioprin
Methotrexat
Leflunomid
Cyclophosphamid
Mycophenolat-Mofetil
Biologika
andere Substanzen
Zusammenfassung
Literatur
Einstufung der FDA



Sonstige Stellungnahmen



Pharmakotherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit

 

II. Medikamentöse antirheumatische Therapie

 

e. Substanzen mit Spezialindikationen

 

 

Colchicin

 

Colchicin spielt eine wichtige Rolle bei der Therapie des familiären Mittelmeerfiebers (FMF), welches nicht selten junge Patientinnen betrifft.

 

Fertilität: Eine Beeinträchtigung wird bei Männern und Frauen diskutiert, ist aber nicht bewiesen (43).

 

Einstufung der FDA: D (Erläuterungen zur Einstufung der FDA, mehr)

 

Teratogenität: Im Tierversuch vorhanden; beim Menschen Einzelfallberichte von Missbildungen, bisher jedoch kein sicherer Nachweis erhöhter Teratogenität (45,46). Wegen der nicht ganz klaren Situation wird von einigen Autoren Amniozentese bei Einnahme in der Schwangerschaft empfohlen (46, 47).

 

Schwangerschaftsverlauf: Unter Therapie niedrigere Abortrate als bei Absetzen mit dem Risiko unkontrollierter Krankheitsaktivität (48).

 

Plazentagängigkeit: Gegeben.

 

Stillzeit: Konzentration in der Muttermilch wie im mütterlichen Serum, bisher jedoch keine negativen Auswirkungen bekannt  (49,50).

 

 

Zusammenfassende Beurteilung

 

In Anbetracht der dringlichen Indikation wird die Fortsetzung der Therapie während der Schwangerschaft bei FMF trotz möglicher Risiken nach Expertenmeinung empfohlen (45).

 

 

Intravenöses Immunoglobulin (ivIG)

 

IvIG steht bei einer Reihe rheumatologischer Indikationen als Second-Line-Therapie zur Verfügung. Zum Einsatz in der Schwangerschaft existieren keine Studien und nur wenige Fallberichte, aus denen bisher keine negativen Signale hervorgehen (40, 51). IvIG ist ab der 32. SSW plazentagängig. Nach Expertenmeinung kann die Substanz in der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden, (40).

 

Einstufung der FDA: C

 

 

Vitamin K Antagonisten

 

Die Vitamin K Antagonisten Phenprocoumon und Warfarin werden in der Rheumatologie vor allem bei Patientinnen mit Antiphospholipidsyndrom (APS) eingesetzt. Aufgrund ihres teratogenen Potenzials – Risiko von 0 – 30 % bei Einnahme im ersten Trimenon, kritische Phase ab der 6. Schwangerschaftswoche – sind sie in dieser Zeit  kontraindiziert. Die typische Coumarin-Embryopathie bei Exposition in der 6. bis 12. Schwangerschaftswoche ist deutlich seltener und zeichnet sich durch Skelettanomalien aus (52).

 

Vitamin K-Antagonisten können aber in jedem Trimenon auch zu Aborten, Blutungen beim Fetus und zu ZNS-Anomalien führen. Zur Antikoagulation in der Schwangerschaft wird daher LMW-Heparin verwandt, welches in einer Vielzahl von Studien bei Schwangeren untersucht wurde (53). Bei APS wird es in Kombination mit low-dose-ASS eingesetzt. Empirisch wird ein Absetzen des Phenprocoumon einen Monat vor Konzeption als ausreichend angesehen (HWZ ca.7 Tage). Die jüngsten amerikanischen Empfehlungen (54) favorisieren jedoch ein Absetzen der Vitamin K-Antagonisten und Umsetzen auf Heparin erst bei eingetretener Schwangerschft. Allerdings wird in den USA vor allem Warfarin mit seiner deutlich kürzeren HWZ von ca. 40 Stunden verwandt. Bei in Aussicht genommener Schwangerschaft wäre auch in Deutschland das Umsetzen von Phenprocoumon auf Warfarin bedenkenswert, um dann diese Therapie bis zur bestätigten Schwangerschaft fortzuführen. Der Einsatz von Vitamin-K-Antagonisten in der Schwangerschft (ab 14. Schwangerschaftswoche) bis einen Monat vor der Geburt kommt gemäß den genannten Empfehlungen nur für Frauen mit mechanischen Herzklappenprothesen in Frage.  Da Phenprocoumon in die Muttermilch übergeht, darf es auch in der Stillzeit nicht verwendet werden, die Gabe von Heparin und auch Warfarin ist hier möglich (55, 56).

Interne Links

Pharmakotherapie in der Schwangerschaft

 

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