Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
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Pharmakotherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit


II. Medikamentöse antirheumatische Therapie

 

 

d. Biologika 

 

 

TNF-Blocker

 

Aus der Gruppe der Biologika liegen bisher nur für die drei TNF-alpha-hemmenden Substanzen Infliximab, Etanercept und Adalimumab in geringem Umfang Erfahrungen mit dem Einsatz zum Zeitpunkt der Konzeption bzw. in der Schwangerschaft vor. Nach bisheriger Erkenntnis gibt es zwischen den einzelnen Substanzen keine Unterschiede, sie werden deshalb gemeinsam behandelt.

 

Einstufung der FDA: B (Erläuterungen zur Einstufung der FDA, mehr)

 

Fertilität: Nicht untersucht.

 

Teratogenität: In einigen Fallserien keine erhöhte Rate von Missbildungen (41-43) – in einer Auswertung der FDA-Datenbank zwei Fälle von VATER- Assoziation (Komplex aus multiplen Missbildungen) (42, Bedeutung vorerst in Anbetracht der kleinen Fallzahl unklar).

 

Schwangerschaftsverlauf: Bei Absetzen vor Schwangerschaft gemäß Empfehlungen erhöhtes Risiko für unkontrollierte Krankheitsaktivität (41).

 

Plazentagängigkeit: Nur Etanercept untersucht, gegeben (40).

 

Stillzeit: Bisher nur Einzelerfahrungen (40, 41), deshalb noch kontraindiziert.

 

 

Zusammenfassende Beurteilung

 

  • Aufgrund der nicht ausreichenden Erfahrungen bisher in der Schwangerschaft kontraindiziert – in Einzelfällen mit hoher Krankheitsaktivität sollte gemeinsam mit der Patientin eine Entscheidung nach Abwägung der Risiken (Substanz vs. unkontrollierte Krankheitsaktivität) getroffen werden!
  • Empfohlener Zeitraum bei Absetzen vor Konzeption: Etanercept 3 Monate, Adalimumab 5 Monate, Infliximab 6 Monate.

 

 

Anakinra

 

Einstufung der FDA: B

 

Für Anakinra ist aus Tierversuchen keine Beeinträchtigung der Fertilität oder Teratogenität bekannt. Da es jedoch bisher keine publizierten Erfahrungen über die Einnahme in der Schwangerschaft gibt, gilt die Substanz als kontraindiziert. Dies gilt ebenso für die Stillzeit.

 

 

Rituximab und Abatacept

 

Auch für diese Substanzen existieren bisher bis auf wenige Einzelfallberichte keine publizierten Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft oder Stillzeit, aufgrund dessen sind sie bisher ebenfalls kontraindiziert.