Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
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Pharmakotherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit

 

II. Medikamentöse antirheumatische Therapie

 

 

b. Glukokortikoide

 

Einstufung der FDA: Prednisolon C (Erläuterungen zur Einstufung der FDA, mehr)

 

Fertilität: Keine nachteiligen Einflüsse im Niedrigdosisbereich bekannt, bei Hochdosis (30 mg/Tag über mindestens vier Wochen) reversible Störung der Spermatogenese beobachtet.

 

Teratogenität: Bei Tagesdosen über 15 mg Prednisolonäquivalent im ersten Trimenon leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Lippen-Gaumenspalten berichtet (4, 5).

 

Schwangerschaftsverlauf: Bei der Mutter in Abhängigkeit von der Dosis Exazerbation eines Diabetes mellitus, Hypertonus oder EPH-Gestose möglich, seltener auch Katarakt, Infektionen, avaskuläre Knochennekrosen, Osteoporose und vorzeitiger Blasensprung. Bei der Frucht dosisabhängig intrauterine Wachstumsretardierung möglich, Dosen ab 20 mg Risikofaktor für Frühgeburt. Bei Einnahme am Ende der Schwangerschaft NNR-Atrophie beim Fetus möglich, mglicherweise (je nach eingenommener Dosis) ausschleichende Substitutionsbehandlung des Fetus sinnvoll.

 

Plazentagängigkeit: Plazentaenzyme bewirken eine Inaktivierung des Prednisolons, Dexamethason und Betamethason passieren hingegen ungehindert die Plazenta und sind im Bedarfsfall bei der Therapie des Fetus (z.B. Prophylaxe des kongenitalen AV-Blocks bei Kindern von Müttern mit Anti-SSA/Ro- und Anti-SSB/La-Antikörpern) einsetzbar.

 

Stillzeit: Stillen unter Prednison/Prednisolon erlaubt (6). Bei Tagesdosen bis 10 mg Konzentration in der Muttermilch unter Nachweisgrenze, bei  10 - 20 mg möglichst vier Stunden Abstand zwischen Einnahme und Stillen, darüber wegen zunehmender Konzenration eher Abstillen empfohlen.

 

Besonderheiten: Bei Langzeitanwendung ist die zusätzliche Gabe von Kalzium und Vitamin D zur Osteoporoseprophylaxe notwendig.

 

 

Zusammenfassende Beurteilung

  • Kortikosteroide (vorzugsweise Prednisolon) sind bei Exazerbationen rheumatischer Erkrankungen in der Schwangerschaft lokal und systemisch in Dosen ≤ 10 mg Mittel der ersten Wahl.
  • Kurzzeitig bei dringender Indikation auch höhere Dosierung (1 – 2 mg/kg) möglich (7) .
  • Bei Behandlung des Fetus Betamethason/Dexamethason nötig.