Medikamentöse Therapie:
Rituximab bei rheumatoider Arthritis
Therapieziel
Zulassung
Indikation
Prädiktive Faktoren
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Voraussetzungen
Impfungen
Infusion
Monitoring
Wiederholungstherapie
Nicht-Ansprechen
Extraartikuläre RA-Manifestationen
Nebenwirkungen
Schwangerschaft
Fazit für die Praxis
Empfehlungen Kurzform
Literatur



Sonstige Stellungnahmen



Empfehlungen zum Einsatz von Rituximab bei Patienten mit rheumatoider Arthritis

(März 2014)

 

 

Rituximab ist ein chimärer, gegen CD20 gerichteter monoklonaler Antikörper, der eine vorübergehende Depletion von CD20 exprimierenden B-Zellen induziert. Während der Entwicklung von B-Zellen wird CD20 auf der Oberfläche von frühen Vorläufer-B-Zellen (ab den Prä-B-Zellen) bis hin zu reifen B-Zellen exprimiert, nicht jedoch auf Stammzellen und sehr frühen B-Zellvorläufern (Pro-B-Zellen) oder Plasmablasten bzw. Plasmazellen. Seit 1997 ist Rituximab zur Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen der B-Zellreihe zugelassen, seit 2006 zur Behandlung von Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis (RA) und früherem Therapieversagen bzw. Unverträglichkeit von Tumornekrosefaktor(TNF)-Inhibitoren in Kombination mit Methotrexat (MTX). Rituximab ist seit 2013 außerdem zur Therapie von Patienten mit schwerer ANCA-assoziierter Vaskulitis zugelassen. Auf diese Indikation wird in einer seperaten Empfehlung eingegangen.


Im Juni 2006 erarbeitete eine Expertengruppe von Rheumatologen unter Mitarbeit eines Hämatologen und von Patientenvertretern Empfehlungen zum Einsatz von Rituximab bei Patienten mit RA. Diese wurden anschließend in einer größeren multinationalen Gruppe von Rheumatologen diskutiert und im Februar 2007 publiziert [1].


Seit 2007 steht jedoch eine Vielzahl von weiteren Publikationen und Studiendaten sowohl zur Sicherheit wie auch zur Effektivität von Rituximab zur Verfügung. Daher fand im Mai 2010 ein erneutes Konsensustreffen (mit Beteiligung von Patientenvertretern) statt, bei dem verschiedene Aspekte der Rituximabtherapie, basierend auf den Ergebnissen einer aktualisierten systematischen Literaturrecherche, diskutiert wurden. In dieser Publikation wird insbesondere auf
-    die Evaluation des therapeutischen Ansprechens,
-    Fragen der Retherapie sowie
-    die prädiktiven Faktoren für ein Ansprechen und Sicherheitsaspekte
eingegangen [2]. Dabei wird der Grad der jeweiligen Empfehlung wie üblich nach Kategorien angegeben (nach Scottish Intercollegiate Guidelines Network, SIGN), wobei die internationale Konsensusgruppe den Evidenzgrad Ia beim Vorliegen von zwei oder mehr randomisierten klinischen Studien mit vergleichbaren Ergebnissen akzeptiert.


Der vorliegende Beitrag basiert auf den genannten aktualisierten internationalen Empfehlungen und wurde von der Kommission Pharmakotherapie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) unter besonderer Berücksichtigung der in Deutschland vorgegebenen Empfehlungen zum Einsatz von Biologicals bei Patienten mit RA erarbeitet. Er wurde außerdem mithilfe einer aktualisierten Literaturrecherche erstellt, die den Zeitraum bis 30.06.2012 umfasst.

Zusammenfassung

 

Seit 2006 ist Rituximab (RTX) für die Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis zugelassen, die auf eine frühere TNF-Blockertherapie nicht angesprochen bzw. diese nicht vertragen haben. In diesen überarbeiteten Therapieempfehlungen werden neue Studiendaten zur Evaluation des therapeutischen Ansprechens, zur Retherapie sowie die Bedeutung von prädiktiven Faktoren für das Ansprechen und Sicherheitsaspekte aktualisiert und diskutiert.

 

DGRh Geschäftsstelle, 10. März 2014

Empfehlungen zum Einsatz von Rituximab bei Patienten mit rheumatoider Arthritis

 

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